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Mobilität und Lebensqualität

Therapiehunde

Therapiehundeausbildung

Im Juni 2016 absolvierte Luna die Eignungsprüfung zum Therapiehund und löste somit Mylo ab. Seit November 2017 haben wir noch einen Labrador, „Betty von der Werraaue“. Ihre Eignungsprüfung bestand sie im September 2018.

Therapiehunde helfen …

  • heilen, mobilisieren, kommunizieren, fördern, lernen, lachen, fühlen, Empathie empfinden, Selbstwertgefühl entwickeln, Verantwortung tragen, Abschied nehmen …
  • in Senioren- und Pflegeheimen, bei Demenzpatienten
  • in Kindergärten, Kindertagesstätten, (Förder-)Schulen und für Menschen mit Behinderungen, Ängsten
  • bei sensomotorischen/psychomotorischen Integrationsstörungen
  • bei Entwicklungs-, Lern- und Verhaltensstörungen
  • bei gestörter Sprach- und Sprechentwicklung
  • bei psychisch Erkrankten, bei chronisch Kranken, bei traumatisierten Opfern und Helfern
  • in Beratungsstellen
  • bei der psychosozialen (Notfall-) Seelsorge
  • in Hospizen

Durch unsere Tiere finden Menschen Wege aus der Isolation, Wege zu sich und ihrer sozialen Umwelt, kehrt Erinnerung als eigene Identität zurück, werden starre Finger beweglich, wird Kommunikation möglich. Wo Stille war wird Bewegung motiviert, wo nur leblos oder verkrampft die Hände im Schoß lagen, werden Spastiken gelöst, Blicke werden klarer. Wir können ein Lächeln erzielen oder einfach Freude am Leben, ein Stück Normalität, es wird Kraft mobilisiert um schmerzhafte Bewegungen und Übungen „für den Hund auszuführen“. Auch das Wiedererwachen aus dem Koma oder Reaktionen bei Wachkomapatienten und Autisten sind möglich – das sind große Erfolge!

Kleine Schritte sind oft bedeutsamer als große Sprünge. Wir sehen und nehmen Menschen mit ihren Einschränkungen und Handicaps an und fördern sie in ihrer Einzigartigkeit – mithilfe unseres Tieres, das Brücken baut und sowohl motivierend, als auch beruhigend eingesetzt wird.

Angebote:

  • Tiergestützte Therapie im Rahmen der Ergotherapie
  • Hunde AG in der Schule
  • Besuch in Kindergärten
  • Besuch in Senioreneinrichtungen
  • Therapie zum Abbau von Ängsten

Sollten Sie weitere Fragen haben, stehe ich Ihnen gerne telefonisch zur Verfügung.


Urkunden & Zertifikate


Therapiehundeteam


Unsere Therapiehunde

Die “Delta Society“ wurde 1977 in Portland/Oregon (USA) gegründet. Diese Organisation spielte eine maßgebliche Rolle in der Erforschung der Mensch-Tier-Beziehung. Diese Vereinigung von Fachleuten der verschiedensten Disziplinen aus Forschung und Wissenschaft formulierte eine grundlegende Unterscheidung der spezifischen Einsatzbereiche von Therapiehunde-Teams und anderen tiergestützten Maßnahme.

1.1. Animal-Assisted-Activities (AAA ) = Tiergestützte Fördermaßnahmen

Mit diesem Begriff werden sogenannte „Tierbesuchsprogramme oder –dienste“ bezeichnet, bei denen der Tierhalter mit seinem Tier eine spezielle Institution und ihre Bewohner oder Patienten über einen bestimmten Zeitraum lediglich aufsucht, sich aber nicht an einer gezielten Behandlung beteiligt.

1.2. Animal-Assisted-Therapie ( AAT ) = Tiergestützte Therapie

Diese Bezeichnung wird verwendet, wenn der Einsatz des Tieres vor dem Kontakt mit dem betroffenen Patienten eine genaue und begründete Zielsetzung hat und der Verlauf der Therapie dokumentiert wird.
AAT ist ein normaler Bestandteil der Arbeit eines professionellen Arztes ,Therapeuten, Lehrers, Sozialarbeiters, Pädagogen oder Pflegers. Das Tier muss in Ausübung der beruflichen Tätigkeit mit einbezogen werden.

1.3. Animal-Assisted-Pedagogy ( AAP ) = Tiergestützte Pädagogik

Die tiergestützte Pädagogik wird als pädagogische Fördermaßnahme verstanden, in der Gruppen von verhaltensinteressanten Kindern und Jugendlichen mit besonderen Bedürfnissen und leichten Handicaps durch das Medium „Tier“ positiv in ihrer Entwicklung gefördert werden.
Nach Absprache und entsprechender Vorbereitung kann auch ein geprüftes Therapiehunde-Team von außerhalb einer solcher Institution mit dem beschriebenen Klientel längerfristig besuchen.
In der gängigen Praxis hat sich gezeigt, dass sich diese genannten Unterscheidungen nicht aufrechterhalten lassen – die Übergänge zwischen den einzelnen bezeichneten Bereichen sind meistens fließend.

Tiergestützte Therapie umfasst bewusst geplante pädagogische, psychologische, rehabilitative und sozial integrative Angebote mit Tieren für Kinder, Jugendliche, Erwachsene, wie ältere Menschen mit kognitiven, sozial emotionalen und motorischen Einschränkungen und Verhaltensstörungen. Tiergestützte Therapie beinhaltet Methoden, bei denen Patienten/Klienten mit Tieren interagieren, über Tiere kommunizieren oder für Tiere tätig sind. Die Durchführung erfolgt zielorientiert anhand einer klaren Prozess- und Themenorientierung unter Berücksichtigung tierethischer Grundsätze mit anschließender Dokumentation und fachlich fundierter Reflexion.

Ziel: Tiergestützte Therapie soll dazu beitragen, dass Menschen in unterschiedlichen Lebensbereichen ihren Fähigkeiten entsprechend agieren und partizipieren zu können. Hierzu sollen die körperlichen, kognitiven und emotionalen Funktionen wiederhergestellt und erhalten, die Fähigkeiten und Fertigkeiten zur Durchführung von Aktivitäten und Handlungen gefördert, das Einbezogen sein in die jeweilige Lebenssituation gestärkt und das subjektive Wohlbefinden verbessert werden.

Wirkmechanismen: Vor allem Menschen, die in unserer Welt der „Sprache“ nicht oder nicht so gut zurechtkommen, wie Menschen mit Autismus, geistiger Behinderung, Demenz, aber auch Mensch, die über ein Trauma nicht sprechen können, profitieren besonders vom therapeutischen Einsatz von Hunden. Bei diesen Menschen ist das Einfühlen können (Empathie) ohne viele Worte besonders wichtig. Hier sind unsere Hunde die Spezialisten. Ihre besondere Fähigkeit zur Empathie erlaubt es ihnen, sich schnell und automatisch der emotionalen Befindlichkeit eines anderen zuzuwenden. Hunde sind einfach präsent ohne Worte und haben keinen Erwartungsdruck. Hunde holen dort den Klienten ab, wo er steht. Hunde sind authentisch.

3.1.Therapiehund

Ein Therapiehund ist nicht das Ergebnis einer bestimmten Züchtung sondern jeder Hund kann sich zum Therapiehund entwickeln.
Therapiehund ist eine Abkürzung für Therapiebegleithund. Diese ausgebildeten Hunde bleiben bei ihrem Besitzer - Mensch und Hund arbeiten zukünftig als Team. Seine Aufgaben kann er nur in Zusammenarbeit mit seinem Menschen optimal erfüllen. Allgemein spricht man beim Einsatz von Tieren als „Co- Therapeuten“ von einer „tiergestützten Therapie“ oder „tiergestützte Fördermasnahmen“.

3.2. Welche Wirkung haben Hunde auf Körper und Psyche?

Beim Kontakt mit einem Hund kommt es zu verschiedenen Förderungen in folgenden Bereichen:

Physisch: Reduzierung von Blutdruck und Atemfrequenz, Entspannung der Muskulatur, tiefe Atmung, Appetitanregung, Verbesserung motorischer Funktionen, Koordination und Kraft in der Fein- und Grobmotorik, Motivation zur Bewegung, Gleichgewicht, Aufrichtung im Rumpfbereich

Psychisch: Vertrauen, Geborgenheit, Motivation, Trost, Stressreduktion, Entspannung, Stärkung des Selbstvertrauens, Akzeptanz, Reduzierung von Angst, Freude und Spaß an der Interaktion, emotionale Zuwendung

Kognitiv/mental: Steigerung von Konzentration und Ausdauer, Wahrnehmung, Kommunikation, Lang- und Kurzzeitgedächtnis, Merkfähigkeit, visuelle und auditive Wahrnehmungsfähigkeit, taktile und propriozeptive Stimulation, positive Emotionen, Motivations- und Aufnahmebereitschaft, Beobachtung und Fokussierung

Sozial-emotiona:Interaktion und Kommunikation, Beobachtung, Streicheln, Füttern, Bereitschaft sich auf das Tier einzustellen, Steigerung Selbstbewusstsein, Teamfähigkeit, Steigerung von Verantwortungsgefühl, Bindungsaufbau

4.1. Voraussetzung des Therapiehundeteams

Voraussetzung des Therapiehundes:

  • Menschenfreundlichkeit
  • Teamfähig
  • Nervenstark, belastbar
  • Keine Schreckhaftigkeit
  • Ausgeglichen
  • Leicht motivierbar
  • Hohe Lern- und Arbeitsmotivation
  • Reaktion auf Hand- und Fußzeichen
  • Interesse Kontaktaufnahme
  • Sozialverträglich
  • Aggressionsfrei gegenüber Menschen und Tier
  • Im Spiel kontrollierbar
  • Verschmust
  • Geräusch- und Geruchsunempfindlich
  • Abwarten können
  • Hohe Toleranz-und Reizschwelle

Voraussetzung des Therapiehundeführers:

  • Einfühlsam, aufmerksam
  • Teamfähig
  • Ausgeglichen, Ruhe ausstrahlen
  • Klar strukturiert
  • Geduld, Flexibilität, Vertrauen
  • Stressresistenz
  • Gute Beobachtungsgabe
  • Übersicht behalten
  • Den Hund als Partner sehen
  • Sachkenntnisse über Haltung und Pflege
  • Psychische Belastbarkeit

4.2. Das Therapiehundeteam Heike und Ralf Böttger, Luna und Betty

Ich arbeite seit 22 Jahren im Beruf der Ergotherapeutin und habe seit 19 Jahren eine eigene Praxis. Bevor ich Ergotherapeutin wurde, war ich ausgebildete Kindergartnerin.
Von Beginn an interessierte ich mich sehr stark für den Bereich "Kinder mit ihrer Behinderung und Förderung". Für diesen Bereich absolvierte ich verschiedene Fortbildungen wie zum Beispiel die Bobath-Therapie, Castillo-Morales-Behandlung und die Sensorische Integrationstherapie.
Durch diese Fortbildungen habe ich jetzt ein fundiertes Wissen uber die Entwicklungsablaufe im Erwerb von Sprache, Anbahnung von Bewegungsabläufen, Entwicklung von Emotionalität und Ich-Bewusstsein. In den vielen Jahren meiner Tätigkeit konnte ich meine Beobachtungsfähigkeit schulen und verbessern, somit flexibler auf verschiedene Vorgänge reagieren. Weiterhin lernte ich, dass man therapeutische Ziele nicht so hochstecken kann und manchmal auch an einem Ziel länger verweilen muss. Durch diese Erkenntnisse wird man ruhiger und geduldiger in der Umsetzung. Mein Mann Ralf unterstützt mich in der Praxis und ist auch ausgebildeter Therapiehundeführer. Wir haben beide die Ausbildung 2016 erfolgreich bestanden und sind auch mit Betty wieder in Ausbildung.

Luna ist ein Mischling zwischen Labrador und Flat coated Retriever. Sie ist im Juni 2015 geboren und konnte mit 7 Monaten ihren Eignungstest erfolgreich bestehen. Sie ist sehr neugierig und wissbegierig. Durch ihre grossen dunklen Knopfaugen zieht sie jeden in ihren Bann. Luna hat einen sehr hohen Bewegungsdrang kann aber in der Therapie sich wieder herunterfahren. Probleme zeigt sie noch beim Wechsel zwischen Spielen und wieder ruhigen arbeiten. Sie ist an allen Menschen sehr interessiert.

Betty von der Werraaue ist unsere 2. Hundin. Sie ist ein reinrassiger Labrador. Betty ist am 01.09.2017 geboren. Seit sie bei uns lebt, war sie standig mit Kindern und Erwachsenen zusammen. Sie mag Kinder sehr gerne und ist für die Therapie gut geeignet. Seit Juni 2019 ist sie ausgebildeter Therapiehund. Betty ist sehr verspielt und kann ausdauernd an einer Aufgabe bleiben. Sie braucht sehr viel Ansprache und Aufmerksamkeit. Bei der Durchfu_hrung ihrer Aufgaben ist sie sehr sicher. Sie zieht die Kinder in ihren Bann durch ihre hohe Spielbereitschaft.

5.1. Notwendigkeit

In der zunehmenden Verstädterung ist es für Kinder immer schwieriger, die Natur bewusst wahrzunehmen. Immer wieder werden als Folge davon Störungen des Gleichgewichts, Raum- Lagegefühls, der Orientierung, Kontaktarmut, zunehmende Aggressivitat, Konzentrationsschwäche, Lustlosigkeit und mangelnde Beziehungsfahigkeit von Fachkräften im pädagogischen Alltag festgestellt.

Um eine gute und gedeihliche Entwicklung voranzubringen brauchen Kinder ihresgleichen, Tiere und überhaupt Elementares, wie Wasser, Erde, Lehm, Dreck, Gebüsch und Wiese, die ganzheitliche Wahrnehmung von Natur und allem was sie hervorbringt, ermoglicht. Man kann Kinder auch ohne das alles aufwachsen lassen, mit Stofftieren und auf asphaltierten, sauberen Strassen und Hofen. Ein Kind wird es überleben, aber man darf sich dann nicht wundern, wenn es später bestimmte soziale Grundleistungen nie mehr erlernt (im Sinne von A. Mitscherlich).

Der Einsatz von Tieren im padagogischen Alltag ist zu einer Methode geworden, die weltweit immer mehr Anerkennung erhalt. Vor fast 50 Jahren wurde der amerikanische Psychologe Boris Levinson mit seinen Ausführungen zur tiergestützten Therapie von Kindern bekannt. 1961 traf einer seiner Klienten (ein verhaltensauffälliges Kind) auf Levinsons Golden Retriever, den er an diesem Tag mit in die Praxis gebracht hatte. Das sehr zurückhaltende Kind nahm sofort Kontakt zu dem Hund auf, ging auf ihn zu und sprach mit ihm. Levinson beschrieb die Funktion des Hundes daraufhin als Katalysator, der dem Kind ermöglicht, mit anderen Menschen zu kommunizieren. Er definiert die Mensch-Tier-Therapie folgendermassen: "Die Mensch-Tier-Therapie ist ein Personenprozess, in dem das Tier als Gefährte in das Leben einer Person einwirkt, mit dem Ziel, auf ihren gesundheitlichen Zustand positiv einzuwirken." (Levinson, 1984, 131; zit. Breitenbach/Hofmann, 1999, 1)

Die moderne Naturwissenschaft aktualisiert die Entdeckung von Intuition und Emotion in einer Zeit, in der das Verhaltnis des Menschen zur Natur in eine tiefe Krise geraten ist. Der Mensch sucht wieder Anschlusse, die ihm zum Teil verloren gegangen sind. Der Umgang mit Tieren entspringt einer solchen Sehnsucht nach einer verlorenen Welt, aus der wir selbst kommen. Tiere können Brücken bilden, in wort- und vorurteilsloser Verständigung und Anteilnahme. In dieser Begegnung findet der Mensch zu einer komplexen Ganzheitlichkeit.

5.2. Zielgruppe

Der Einsatz des Therapiehundes wird bei 15 Kindern im Alter von 3-6 Jahren durchgeführt. Dies sind alles Kinder mit Förderbedarf, die aber keine Förderung bekommen. Das Angebot findet in zwei Gruppen statt.

Der Kontakt zu Hunden ist heutzutage für viele Kinder nichts Selbstverständliches mehr, da in der Familie die Zeit für ein Haustier oft nicht reicht und die Verantwortung für ein Tier von vielen Menschen nicht mehr getragen werden will.

Bei meinen taglichen Spaziergangen mit den Hundinnen Luna und Betty, aber auch beim Besuch im Kindergarten ist mir aufgefallen, dass einige Kinder Angst hatten. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um einen grossen oder kleinen Hund handelt oder ob der Hund das Kind bei einer Begegnung beachtet. Kinder müssen vermittelt bekommen, dass es nur wenige gefährliche Hunde gibt und dass Übergriffe von Hunden auf Menschen meist durch Letztere selbst verursacht werden. Zumindest konnten sie oft durch richtiges Verhalten abgewendet werden. Es gibt aber auch Kinder, die ihnen unbekannte Hunde streicheln, weil sie die mögliche Gefahr nicht einschätzen konnen. Sie müssen lernen, dass es gefährlich sein kann, einfach einen Hund zu berühren. Aus diesen Gründen ist es wichtig, dass Kinder den richtigen Umgang mit Hunden lernen. Es ist in meinen Augen nicht richtig, Kinder zu ihrem Schutz von Hunden fernzuhalten oder ihnen gar Angst vor Hunden einzureden. Ganz im Gegenteil sollen sie Freude im Umgang mit einem bekannten und unbekannten Tier durch adaquates Verhalten und Respekt entwickeln. Sie lernen, dass ein Tier ein individuelles Lebewesen ist, das gemass seinen Erfahrungen und Instinkten auf Menschen reagiert und sich entsprechend verhalt. Die Kinder kommen schneller zur Ruhe und lernen Angste ab- und eine Beziehung zu den Tieren aufzubauen.

5.3. Ort und Zeit der Veranstaltung

Teilweise findet die Veranstaltung im Aufenthaltsraum statt oder auch im Freien.

1 x wöchentlich am Vormittag in der Zeit von 9 Uhr bis 11 Uhr dies über einen Zeitraum von 11 Monaten.

Bei den Veranstaltungen wird eine pädagogische Fachkraft mit dabei sein.

Einsatz eines tierischen „Co-Pädagogen“

Der Umgang mit Tieren berührt den Menschen und besonders Kinder sind dafür sehr empfänglich. Durch den Kontakt mit Hunden werden Gefühle und Emotionen angesprochen, oft auch greifbar und erlebbar gemacht.

Der hohe Aufforderungscharakter, den ein Hund von sich aus auf Kinder ausübt, bietet die Möglichkeit der unbewussten Förderung und Forderung.

Unterschiedliche Interaktionen mit dem Hund (Spaziergänge, Fellpflege, Einüben von Kunststücken, Apportieren ...) bieten viele Möglichkeiten für einen gezielten Einsatz. Die große positive emotionale, soziale und auch motorische Wirkung der Tiere regt viele unterschiedliche Entwicklungen an, die auch in der Literatur beschrieben werden:

Förderung auf der emotionalen Ebene
Eigen- und Fremdwahrnehmung schulen, Ausdruck, Bindungen, und Beziehungen aufbauen, Ängste abbauen, Empathie, Engagement

Förderung kognitiver Fähigkeiten
Gedächtnis, logische Ketten, Aufmerksamkeit, Koordination, Konzentration

Förderung körperlicher Fähigkeit
Gleichgewicht und aufrechte Körperhaltung schulen, Kraft stärken (symmetrische Bewegungen)

Förderung sozialer Fähigkeiten
Kommunikation, Aggressionsbewältigung, Fürsorge, und Verantwortung übernehmen, Partnerschaft aufbauen, soziale Kompetenz fördern

Förderung sprachlicher Fähigkeiten
Aussprache, Intonation

Psychologische Wirkung
Förderung des emotionalen Wohlbefindens, positives Selbstwertgefühl, gesteigertes Selbstvertrauen, psychologische Stressreduktion, Beruhigung und Entspannung, antidepressive Wirkung

Psychische/physiologische Wirkung
Senkung von Blutdruck und Puls, Kreislaufstabilisierung, Verbesserung des Gesundheitsverhaltens, praktisch, technische Unterstützung

Soziale Wirkung
Aufhebung von Isolation uns Einsamkeit, Zulassen von Nähe, Körperkontakt, Streitschlichtung, antidepressive Wirkung

6.1. Bedeutung der Wahrnehmung

Wahrnehmen ist ein aktiver Prozess, bei dem sich das Kind mit allen Sinnen seine Umwelt aneignet und sich mit den Gegebenheiten auseinandersetzt. Durch die Sinne begegnet es den Lebewesen und Dingen, nimmt sie wahr. Die Sinne liefern dem Kind viele Eindrücke über seine Umwelt und über sich selbst im Zusammenhang mit ihr.

Das Greifen ist immer ein Begreifen, das Fassen ein Erfassen. Das Kind gewinnt bevor es sich sprachlich mitteilen kann, bereits ein Wissen aufgrund seiner Erfahrung durch Wahrnehmung und Bewegung, durch die sich diese Zusammenhänge erschliessen. Kinder brauchen vielfaltige Möglichkeiten für den Einsatz und die Erprobung aller ihrer Sinne:

  • auditive Wahrnehmung
  • taktile Wahrnehmung
  • kinästhetische Wahrnehmung (Muskelstellung, Körperraumlage)
  • vestibuläre Wahrnehmung (Gleichgewicht, Beschleunigung, Lageveränderung)
  • visuelle Wahrnehmung
  • gustatorische Wahrnehmung (Geschmack)
  • olfaktorische Wahrnehmung

Die Sinne benötigen ständige Übung und Reizung. Werden sie nicht benutzt, stumpfen sie ab. Mit allen Sinnen wahrnehmen heißt deswegen, auch sich besinnen auf frühere Erlebnisse, auf intuitive Erfahrungen. Erfahrungen sind immer subjektiv. Jeder Beteiligte nimmt eine Situation aus einer ganz eigenen Perspektive, mit unterschiedlicher Bewertung, wahr. Verschiedene Formen der Wahrnehmung rufen verschiedene Formen der des Erlebens, Handlung, der psychischen und physischen Reaktion hervor.

"Die zentrale Aufgabe unsere Kindertagesstatten ist es, Kindern zu helfen, in die Welt hineinzuwachsen, sie zur Teilhabe an der Gesellschaft zu befähigen, sie zu emanzipieren, das heisst Lernsituationen zu organisieren, die einen höchstmoglichen Grad an Beteiligung und selbst organisiertem Handeln bewirken. Wir brauchen eine neue pädagogische Praxis, die auf die Fähigkeit des Menschen zur Selbstorganisation vertraut. Dazu brauchen wir günstige Rahmenbedingungen und Pflege der Formen von Selbstorganisation." (Van der Voort o.Jg. 6)

Sensorische Integration
„Sensorische Integration (Zusammenarbeit der Sinne) ist die bestmögliche. Verarbeitung und Beantwortung von Sinnesinformationen für die angestrebte Handlung“. Es ist die Fähigkeit, wichtige Botschaften zu erkennen und hieraus eine Reaktion, eine Antwort, in Form von Handlung zu planen, zu steuern und dann auch auszuführen.

6.2. Unterscheidungsmerkmale der inneren und äußeren Sinnesbereiche

Es werden zwei große Sinnesbereiche unterschieden:

Die Körpersinne = Innenfühler

Sie geben uns Informationen über uns selbst:

  • Tastsinn Haut (aktives Berühren, und passiv berührt werden)
  • Gleichgewichtssinn (Stellung unseres Kopfes in Bezug zur Schwerkraft, Aufrichten)
  • Muskelsinn (Empfinden von Körperstellung, Bewegung, Kraft)

Die Fernsinne = Außenfühler

Sie geben uns Informationen über unsere Umgebung:

  • Sehen – Auge
  • Hören – Ohr
  • Riechen – Nase
  • Schmecken - Zunge

Die Zusammenarbeit der Sinne ist Voraussetzung für körperliche und seelische Stabilität und angemessene geistige (kognitive) Fähigkeiten, wie

  • Konzentration
  • Ausdauer
  • Gedächtnis
  • Lernfähigkeit
  • Sprache
  • Übertragungsfähigkeit

Sensorische Integration fördert Einsatz und Nutzen der vorhandenen Intelligenz und baut Selbstsicherheit und Handlungskompetenz auf.

Für den Verlauf einer positiven Kompetenzentwicklung bedarf es einem Kreislauf verschiedener Voraussetzungen und Fähigkeiten. Erst wenn dieser Kreislauf positiv verläuft, können wir die kognitiven und intellektuellen Fähigkeiten nutzen.

Der Therapiebegleithund ist eine ideale Einsatzmöglichkeit, um Sicherheit und Vertrauen (wieder) aufzubauen.

(Quelle: Rega Schaefgen, „Eine Elterninformation zur Sensorischen Integrationstherapie“)

Zielsetzung:

  • Angstabbau
  • Förderung des Selbstbewusstseins
  • Förderung Konzentration und Aufmerksamkeit
  • Impulskontrolle
  • Kommandoarbeit
  • Teamarbeit

Angebote:

  • Hund streicheln
  • Leckerli mit der Hand geben
  • Spiele mit dem Hund durchführen
  • Gute Kenntnisse im Umgang mit Hunden
  • Leinenführung
  • Hundesport
  • Hunderassenrally
  • Parcours gestalten
  • Körperteile puzzeln
  • Knochenweitwurf
  • Kastanienkiste – Erfühlen der Hunde
  • Phonologisches Bewusstsein - Reimerkennung
  • Bei Geschichten auditive Wahrnehmung fördern beim Fallen eines Signalwortes
  • Tickender Hund – auditive Wahrnehmung
  • Visuelle Wahrnehmung – Unterschiede erkennen
„Der Fokus der Ergotherapie richtet sich
auf die ganzheitliche Behandlung“